•  
Investorenbetriebene MVZ
Schlagworte A bis Z
A bis Z
Glossar
  • A
  • |
  • B
  • |
  • C
  • |
  • D
  • |
  • E
  • |
  • F
  • |
  • G
  • |
  • H
  • |
  • I
  • |
  • J
  • |
  • K
  • |
  • L
  • |
  • M
  • |
  • N
  • |
  • O
  • |
  • P
  • |
  • Q
  • |
  • R
  • |
  • S
  • |
  • T
  • |
  • U
  • |
  • V
  • |
  • W
  • |
  • X
  • |
  • Y
  • |
  • Z
  • |
  • ö
Abrechnung
Abrechnungsverhalten
Abrechnungsvolumina
Altersverteilung
Anbietervielfalt
Arztsitz
Arztsitze

4.5  Unterschiede im Leistungsgeschehen zwischen den Praxisformen

Im Folgenden wird das Leistungsgeschehen in i-MVZ, nicht-investorenbetriebenen MVZ, Einzelpraxen und Berufsausübungsgemeinschaften (BAG) verglichen, um ggf. existierende systematische Unterschiede im Abrechnungsverhalten zu identifizieren. Im Sinne der eingangs angesprochenen Vermutung einer besonders ausgeprägten Renditeorientierung der i-MVZ, wäre es plausibel auch entsprechende Effekte auf das Leistungsgeschehen - im Sinne von Leistungsausweitungen oder Strukturveränderungen in Richtung besonders lukrativer Leistungen - zu erwarten.

Den Analysen liegt ein Untersuchungsdesign zugrunde, das für regionale Einflussfaktoren auf das Abrechnungsgeschehen möglichst gut kontrolliert. Da i-MVZ überwiegend in großstädtischen Regionen mit hoher Zahnarztdichte angesiedelt sind (vgl.   Kapitel 4.3.2.1 Kreistyp), wäre ein Vergleich ihres Abrechnungsverhaltens mit allen Einzelpraxen und BAG, die etwa bevölkerungsproportional über alle Arten von Regionen verteilt sind, insofern schwer interpretierbar, als dass eventuell auftretende Unterschiede durch regionale Einflussfaktoren verursacht sein könnten. Daher wurden für die Abrechnungsanalysen 18 Planungsbereiche so ausgewählt, dass sie in Bezug auf Einwohnerzahl, Kreistyp, Zahnarztdichte und zahnmedizinischen Versorgungsgrad zu drei ähnlichen Gruppen zusammengefasst werden können. Die drei Gruppen unterscheiden sich jedoch darin, ob in ihnen i-MVZ bzw. MVZ tätig sind:

Untersuchungsgruppe 1 (UG1): eine Gruppe von sechs Planungsbereichen, in denen es in den Jahren 2016 bis 2019 mindestens ein i-MVZ gibt.

Kontrollgruppe 1 (KG1): eine Gruppe von sechs Planungsbereichen, in denen es in den Jahren 2016 bis 2019 keine i-MVZ, aber mindestens ein MVZ gibt. Ansonsten sind diese Planungsbereiche als Gruppe in Bezug auf Anzahl Einwohner, Kreistyp, Zahnarztdichte und Versorgungsgrad mit UG1 vergleichbar.

Kontrollgruppe 2 (KG2): eine Gruppe von sechs Planungsbereichen, in denen es in den Jahren 2016 bis 2019 keine i-MVZ und keine MVZ gibt. Ansonsten sind diese Planungsbereiche als Gruppe wieder mit UG1 und KG1 vergleichbar.

Für die Praxisstandorte in den ausgewählten 18 Planungsbereichen stellten die KZVen Abrechnungsdaten zur Verfügung und die KZBV übermittelte die zu den drei Gruppen aggregierten Daten an IGES (vgl.   Kapitel 3.4 Auswertungen zum Leistungsgeschehen).

Durch den Vergleich der Praxisformen innerhalb der UG1 können ggf. auftretende systematische Unterschiede im Abrechnungsverhalten von i-MVZ im Vergleich zu den anderen Praxisformen identifiziert werden und zwar für Praxisstandorte, die sich in denselben Planungsbereichen befinden. Wenn solche Unterschiede festgestellt werden, würde dies für eine Auffälligkeit sprechen, die nicht durch regionale Einflussfaktoren erklärt werden kann.

Durch den Vergleich zwischen UG1, KG1 und KG2 können ggf. auftretende systematische Unterschiede im Abrechnungsverhalten von Einzelpraxen und BAG in Planungsbereichen mit bzw. ohne i-MVZ (bzw. MVZ) identifiziert werden. Solche Unterschiede könnten einerseits darauf hinweisen, dass sich i-MVZ in Planungsbereichen ansiedeln, die sich in Merkmalen unterscheiden, die einen Einfluss auf das Abrechnungsgeschehen haben und für die mit dem verwendeten Untersuchungsdesign nicht kontrolliert wird. Andererseits könnten solche Unterschiede darauf hinweisen, dass der Markteintritt von i-MVZ (bzw. MVZ) selbst einen Einfluss auf das Abrechnungsgeschehen in Einzelpraxen und BAG hat. Dies wäre z. B. der Fall, wenn es zu Verschiebungen von Patienten zwischen den Praxisformen kommt. Aufgrund des geringen Marktanteils von i-MVZ und MVZ dürften solche Verschiebungen in dem analysierten Zeitraum allerdings noch kaum ausgeprägt sein.

Zusammenfassend wäre in der Logik des Untersuchungsdesigns also ein systematisch auffälliges Abrechnungsverhalten zu konstatieren, wenn sich einerseits das Abrechnungsverhalten von i-MVZ systematisch von dem der Einzelpraxen und BAG in der UG1 unterscheidet, während sich andererseits das Abrechnungsverhalten der Einzelpraxen und BAG in UG1, KG1 und KG2 gleich entwickelt.

Zusätzlich zu UG1, KG1 und KG2 wurde eine weitere Untersuchungsgruppe (UG2) gebildet. Sie enthält zwei Planungsbereiche in Großstädten, in denen sich relativ viele i-MVZ-Standorte unterschiedlicher Ketten befinden. Da es keine vergleichbaren Großstädte ohne i-MVZ gibt, konnte für UG2 keine Kontrollgruppe gebildet werden. Dennoch können die Vergleiche zwischen den Praxisformen in UG2 ggf. auftretende systematische Unterschiede zwischen i-MVZ und den anderen Praxisformen (gemäß dem oben genannten Intra-Gruppen Vergleich) aufzeigen.

Tabelle 10 fasst die regionalen Merkmale der vier Gruppen zusammen; eine weitere Charakterisierung anhand der Anzahl Praxisstandorte, Zahnarztstellen und behandelten Versicherten erfolgt in  Kapitel 4.5.1 Charakterisierung der Vergleichsgruppen. UG1, KG1 und KG2 bestehen aus jeweils sechs Planungsbereichen, die dem Kreistyp 1, also kreisfreien Großstädten, angehören. Die durchschnittliche Zahnarztdichte je 100.000 Einwohner ist in den drei Gruppen mit ca. 70 bis 76 Zahnarztstellen in etwa vergleichbar, der durchschnittliche Versorgungsgrad beträgt 97 bis 109 %. Die UG1 ist mit 2,1 Mio. Einwohnern größer als die beiden Kontrollgruppen mit 1,4 Mio. (KG1) und 1,0 Mio. Einwohnern (KG2). Die UG2 besteht aus zwei großstädtischen Planungsbereichen mit insgesamt 2,5 Mio. Einwohnern und hat mit durchschnittlich 90 Zahnarztstellen je 100.000 Einwohner einen durchschnittlichen Versorgungsgrad von 114 %.

Tabelle 10: Regionale Merkmale der Gruppen UG1, KG1, KG2 und UG2

UG1KG1KG2UG2
Anzahl Planungsbereiche 6662
Anzahl Einwohner 2.130.3961.436.5541.022.4462.519.573
Kreistyp* 1111
Durchschnittliche Zahnarztdichte je 100.000 Einwohner 76,969,470,190,0
Durchschnittlicher Versorgungsgrad 109%107%97%114%

Quelle: IGES basierend auf Daten der Versorgungsstrukturstatistik, der MVZSondererhebung, der Bedarfsplanung sowie des INKAR Online-Atlas

Anmerkungen: Kreistypen: 1 = kreisfreie Großstädte

 

Inhaltsverzeichnis
Glossar
Schlagworte A bis Z
A bis Z
Glossar
  • A
  • |
  • B
  • |
  • C
  • |
  • D
  • |
  • E
  • |
  • F
  • |
  • G
  • |
  • H
  • |
  • I
  • |
  • J
  • |
  • K
  • |
  • L
  • |
  • M
  • |
  • N
  • |
  • O
  • |
  • P
  • |
  • Q
  • |
  • R
  • |
  • S
  • |
  • T
  • |
  • U
  • |
  • V
  • |
  • W
  • |
  • X
  • |
  • Y
  • |
  • Z
  • |
  • ö
Abrechnung
Abrechnungsverhalten
Abrechnungsvolumina
Altersverteilung
Anbietervielfalt
Arztsitz
Arztsitze