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Investorenbetriebene MVZ
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4.2.3  Charakteristika von i-MVZ und MVZ

Im nächsten Schritt werden i-MVZ und MVZ hinsichtlich der Gründungsvoraussetzungen, der Art der Gründer und der Organisation in Kettenverbünden betrachtet. Weiterhin werden die derzeit in i-MVZ aktiven Kapitalinvestoren vorgestellt und die Verteilung von i-MVZ auf die Bundesländer untersucht.

Gründungsvoraussetzungen

Die Voraussetzungen zur Gründung eines MVZ bzw. i-MVZ und Teilnahme an der vertrags(zahn)ärztlichen Versorgung sind in § 95 SGB V geregelt. (i-)MVZ müssen demnach eine ärztliche Leitung haben, die selbst in dem (i-)MVZ als angestellter (Zahn-)Arzt oder Vertrags(zahn)arzt tätig sein muss und in medizinischen Fragen weisungsfrei ist. Die in einem (i-)MVZ tätigen angestellten (Zahn-)Ärzte und Vertrags(zahn)ärzte müssen in dem Arztregister der Kassen(zahn)ärztlichen Vereinigung eingetragen sein (§ 95 Abs. 1 SGB V).

(i-)MVZ können grundsätzlich von zugelassenen (Zahn-)Ärzten, von zugelassenen Krankenhäusern, von Erbringern nichtärztlicher Dialyseleistungen, von anerkannten Praxisnetzen, von gemeinnützigen Trägern, die aufgrund von Zulassung oder Ermächtigung an der vertragsärztlichen Versorgung teilnehmen, oder von Kommunen gegründet werden (§ 95 Abs. 1a SGB V). Da Erbringer nichtärztlicher Dialyseleistungen nur zur Gründung fachbezogener (i-)MVZ berechtigt sind, kommen sie für zahnärztliche (i-)MVZ nicht in Betracht.

Gründer von i-MVZ und MVZ

In der zahnärztlichen Versorgung treten als Gründer von i-MVZ und MVZ derzeit Zahnärzte, Krankenhäuser und eine Kombination aus beiden auf. Bei den Gründern von MVZ handelt es sich überwiegend um Zahnärzte. Bei i-MVZ sind es überwiegend Krankenhäuser.1 Mitunter liegt eine Beteiligung eines Zahnarztes (in der Regel des ehemaligen Praxisinhabers) vor, der allerdings oft nur minderheitsbeteiligt ist.

Seit Inkrafttreten des TSVG im Mai 2019 sind die Voraussetzungen für die Gründung von zahnärztlichen (i-)MVZ durch Krankenhäuser dahingehend verändert worden, dass der Anteil an der Versorgung in einem Planungsbereich, der auf die von einem Krankenhaus dort betriebenen (i-)MVZ) entfällt, im Normalfall den Wert von 10 % nicht überschreiten darf (vgl. dazu ausführlicher  Abschnitt 4.3.3 Regelungen des TSVG für Krankenhaus-MVZ).

Hintergrund: Erwerb von Krankenhäusern durch Finanzinvestoren

Finanzinvestoren erwerben zunehmend Krankenhäuser in Deutschland, mit dem Ziel, die gesetzlichen Voraussetzungen zur Gründung von i-MVZ zu erfüllen. Als gründungsberechtigte Krankenhäuser fungieren dabei laut Recherchen der KZBV überwiegend kleinere Kliniken, zumeist im ländlichen Raum und mit nur geringen Bettenkapazitäten. Ein Beispiel für solche Kliniken ist etwa das KaiserinAuguste-Victoria-Krankenhaus in Ehringshausen, das über 89 Planbetten verfügt. Dieses wurde im Zeitraum zwischen 2015 und 2016 von der PrivateEquity-Gesellschaft Quadriga Capital gekauft. Auf Grundlage der durch den Kauf des Krankenhauses erworbenen Gründungsberechtigung konnten bis dato 16 Praxisstandorte der i-MVZ-Kette Zahnärztliche Tageskliniken Dr. Eichenseer gegründet werden. Als weiteres Beispiel ist die Migräneklinik Königstein mit 65 Planbetten zu nennen, die 2017 von der Private Equity Gesellschaft EQT übernommen wurde. Die Migräneklinik Königstein dient als Gründungsberechtigung für 16 i-MVZ von den EQT Tochterunternehmen DentConnect, Implaneo und Cureos. Spitzenreiterin zum ersten Quartal 2020 ist die Deister-Süntel-Klinik in Bad Münder, die zunächst 2017 von Summit Partners und dann 2019 von PAI Partners SAS erworben wurde, und seither als Gründerin von 36 i-MVZ der Kette Zahneins in Erscheinung getreten ist. Anhand dieser Beispiele wird deutlich, dass sich Investoren oft über den Kauf kleiner Krankenhäuser den Zugang zur zahnärztlichen Versorgung verschaffen und anschließend Kettenverbünde von i-MVZ aufbauen.

Kettenverbünde von i-MVZ

Ein erheblicher Teil der Zahnarztstellen (vgl.  Kapitel 3.1 Auswertungen zu Versorgungsstrukturen) in i-MVZ entfällt auf solche i-MVZ, die in Kettenverbünden mit mehreren Praxisstandorten organisiert sind. Im Jahr 2019 befinden sich 470 von 591 Zahnarztstellen in i-MVZ in einem Kettenverbund (80 %). Die größten Kettenverbünde stellen dabei AllDent mit 86 Zahnarztstellen, Dr. Eichenseer mit 77 Zahnarztstellen und Dr. Z mit 57 Zahnarztstellen dar (Abbildung 11). Über das Vermögen der Dr. Z MVZ GmbH wurde im August 2020 allerdings das Insolvenzverfahren eröffnet.2

Bei den MVZ hingegen ist die Kettenbildung weniger ausgeprägt. In MVZ fällt der Anteil der Zahnarztstellen in einem Kettenverbund in jedem Jahr niedriger aus, er liegt zum Beispiel im Jahr 2019 bei 46 % (1.261 von 2.722 Zahnarztstellen) (Abbildung 60 in Anhang A1).

Abbildung 11: Anzahl der Zahnarztstellen in i-MVZ nach Kettenverbund - 2015 bis 2019


 

Im Jahr 2019 gab es in Deutschland 21 Kettenverbünde unter den i-MVZ und 139 Kettenverbünde unter den MVZ. Ein Großteil (63 %) der MVZKettenverbünde weist nur zwei Praxisstandorte je Kettenverbund auf, ein Fünftel (20 %) hat drei Standorte und nur 17 % der MVZ-Kettenverbünde sind mit mehr als drei Standorten vergleichsweise groß (Abbildung 12). Unter den i-MVZ hingegen fallen die Kettenverbünde etwas größer aus, zum Teil sogar erheblich größer. Im Jahr 2019 weisen nur 29 % der i-MVZ-Kettenverbünde zwei Praxisstandorte auf, weitere 10 % haben drei Standorte und weitere 29 % vier. Immerhin knapp ein Viertel der Kettenverbünde unter den i-MVZ umfasst zehn Praxisstandorte oder mehr (bis zu 23). Aufgrund der relativ geringen Anzahl von i-MVZ Kettenverbünden handelt es sich in absoluten Zahlen allerdings um nur fünf Kettenverbünde dieser Größe (Dr. Z, Dr. Eichenseer, Acura, Dr. Masur und Promedent).

Abbildung 12: Verteilung der Kettenverbünde der i-MVZ und MVZ nach Anzahl der Praxisstandorte je Kettenverbund - 2019


 

Aktive Kapitalinvestoren

Die gemessen an der Anzahl der Praxisstandorte im Jahr 2019 größten Kettenverbünde gehören zu den Kapitalinvestoren Cara Investment (Dr. Z), Quadriga Capital (Zahnärztliche Tagesklinik Dr. Eichenseer), Investcorp (Acura MVZ), Altor (Dr. Masur und Kollegen MVZ), Jacobs Holding (Promedent MVZ) und Summit Partners bzw. PAI Partners (OPUS-DC) (Tabelle 1).3

Tabelle 1: Kapitalinvestoren der i-MVZ, ihre Kettenverbünde und die Anzahl der Praxisstandorte (2019)

InvestorKettenverbund Anzahl
Praxisstandorte
Altor Dr. Masur und Kollegen MVZ 12
MVZ die Pluszahnärzte 4
MVZ Dres. Brinkmann, Triebswetter & Kollegen 1
MVZ Eifel, Dr. Dr. Jakobs und Kollegen 2
MVZ OrthoNeo dental 2
Keiner 6
Cara Investment Dr. Z 23
Castik Capital AllDent 4
EQT Implaneo 4
MVZ Dr. Ast & Kollegen 3
Keiner 9
Investcorp Acura MVZ 16
Jacobs Holding MVZ Dorow Clinic 4
Promedent MVZ 10
Keiner 5
Johannesbad-Gruppe Zahngesundheitszentrum (DentaDox) 6
Maigaard & Molbech/ Novum Capital Zahnärzte Brandmann / opensmile 3
Nordic Capital Zahnstation 4
Quadriga Capital Zahnärztliche Tagesklinik Dr. Eichenseer 16
Summit Partners bzw. PAI Partners Dr. Jacobs MVZ 2
H3 Zahnärzte MVZ 2
Medizinisches Versorgungszentrum R(h)einzahn 2
OPUS-DC 8
Zahnheimat 4
Keiner 9
Gesamt 161

Quelle: IGES basierend auf Daten der Versorgungsstrukturstatistik der KZBV

Anmerkungen: Einige i-MVZ gehören nicht zu einem Kettenverbund; sie sind unter Kettenverbund als “Keiner” vermerkt.

 

Verteilung der MVZ und i-MVZ nach Bundesländern

Die regionale Verteilung der Praxisstandorte der i-MVZ und MVZ stellt sich auf Ebene der 17 KZV-Regionen sehr ungleich dar. Die Praxisstandorte der i-MVZ sind schwerpunktmäßig in den südlichen und westlichen KZV-Regionen angesiedelt. Im Jahr 2019 befinden sich der Großteil der i-MVZ-Standorte in Bayern (47), Baden-Württemberg (36), Nordrhein (27), Niedersachsen (12), Rheinland-Pfalz (10), Berlin (6), Hessen (6) und Westfalen-Lippe (6) (Tabelle 2). Auf die ostdeutschen KZV-Regionen entfallen lediglich drei i-MVZ-Standorte (alle in Sachsen). Bei den MVZ zeigt sich eine ähnliche regionale Schwerpunktbildung der Praxisstandorte, allerdings weniger stark ausgeprägt. Eine regional kleinräumigere Perspektive wird im folgenden  Abschnitt 4.3 Unterschiede in der regionalen Verteilung der Praxisformen eingenommen.

Tabelle 2: Anzahl der Praxisstandorte der MVZ und der i-MVZ nach KZVRegion (2019)

KZV-Region Anzahl MVZ Anzahl i-MVZ
Baden-Württemberg 109 36
Bayern 117 47
Berlin 91 6
Brandenburg 17 0
Bremen 10 2
Hamburg 30 3
Hessen 51 6
Mecklenburg-Vorpommern 10 0
Niedersachsen 49 12
Nordrhein 110 27
Rheinland-Pfalz 29 10
Saarland 0 0
Sachsen 26 3
Sachsen-Anhalt 5 0
Schleswig-Holstein 22 3
Thüringen 5 0
Westfalen-Lippe 54 6

Quelle: IGES basierend auf Daten der Versorgungsstrukturstatistik der KZBV

 

Fußnoten
1)
Die wesentliche Ausnahme stellt der Kettenverbund Dr. Z dar, der von einem Zahnarzt gegründet wurde und eine Minderheitsbeteiligung des Investors Cara Investment aufweist.
2)
Vgl. Bekanntmachung des Amtsgerichts Düsseldorf vom 01.08.2020 unter dem Aktenzeichen 504 IN 63/20.
3)
Die Private Equity-Gesellschaft PAI Partners hat im November 2019 die Mehrheitsanteile an dem Krankenhaus und den zugehörigen i-MVZ des Kapitalinvestors Summit Partners übernommen.
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