•  
KZBV Jahrbuch 2020
Schlagworte A bis Z
A bis Z
Glossar
  • A
  • |
  • B
  • |
  • C
  • |
  • D
  • |
  • E
  • |
  • F
  • |
  • G
  • |
  • H
  • |
  • I
  • |
  • J
  • |
  • K
  • |
  • L
  • |
  • M
  • |
  • N
  • |
  • O
  • |
  • P
  • |
  • Q
  • |
  • R
  • |
  • S
  • |
  • T
  • |
  • U
  • |
  • V
  • |
  • W
  • |
  • X
  • |
  • Y
  • |
  • Z
  • |
  • A
Abrechnungsfälle
Abrechnungsstatistik
Altersverteilung
Alterszahnheilkunde
angestellte Zahnärzte
Anteil
Anteile ausgewählter Ausgabenbereiche
Anzahl
Apotheken
Approbationen
Arbeitszeit des Zahnarztes
ärztliche Behandlung
Aufteilung
Ausgaben der GKV
Ausstattung

6.1  Kurzbericht

Bereits mit der zum 01.07.2007 erfolgten Novellierung des GKV-Vertragsarztrechtsänderungsgesetzes (GKV-VÄndG) wurden neue Möglichkeiten zur zahnärztlichen Berufsausübung geschaffen, sodass seitdem Vertragszahnärzte im erweiterten Umfang Zahnärzte anstellen, Zweigpraxen eröffnen oder gemeinsam überörtliche Berufsausübungsgemeinschaften gründen konnten. Eine größere Flexibilität bei der Ausgestaltung der Praxisorganisation und der Zusammenarbeit von Angestellten ergibt sich zudem aus den Änderungen des Bundesmantelvertrags - Zahnärzte (BMV-Z) im Februar 2019, nach denen nunmehr drei bzw. mit Begründung auch vier Angestellte je Vertragszahnarzt tätig werden können. Mit dem seit dem 23.07.2015 geltenden GKV-Versorgungsstärkungsgesetz (GKVVSG) hat der Gesetzgeber die Rahmenbedingungen für die Tätigkeit in der vertragszahnärztlichen Versorgung weiter flexibilisiert. Künftig können nun auch fachgruppengleiche statt wie bislang nur fachgruppenübergreifende medizinische Versorgungszentren von Vertragszahnärzten betrieben werden. Zudem können mit der Gesetzesänderung Kommunen selbst medizinische Versorgungszentren gründen und somit aktiv auf die regionale Versorgungssituation Einfluss nehmen.

Zahl der Vertragszahnärzte

Die Zahl der an der vertragszahnärztlichen Versorgung teilnehmenden Zahnärzte (Vertragszahnärzte) in Deutschland betrug Ende 2019 48.501 (alte Bundesländer inkl. Berlin 40.318, neue Bundesländer 8.183). Damit ging die Zahl der Vertragszahnärzte in Deutschland gegenüber dem Vorjahr um 2,4 % zurück (alte Bundesländer − 2,3 %, neue Bundesländer - 2,9 %). Im Verlauf der ersten zwei Quartale des Jahres 2020 war ein weiterer Rückgang zu verzeichnen. Am Ende des II. Quartals 2020 betrug die Zahl der Vertragszahnärzte in Deutschland 47.727 und ging damit um 2,4 % gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal zurück.

Dieser Rückgang stellt allerdings keine Verschlechterung der vertragszahnärztlichen Versorgung dar, sondern er muss vor dem Hintergrund des Inkrafttretens des Vertragsarztrechtsänderungsgesetzes (VÄndG) Anfang 2007 gesehen werden. Im Quartalsverlauf ab I/2007, insbesondere ab dem III. Quartal 2007, war ein deutlicher Anstieg der Zahl der bei den Vertragszahnärzten angestellten Zahnärzte festzustellen. Ende des IV. Quartals 2019 belief sich diese Zahl in Deutschland auf 12.008, Ende des II. Quartals 2020 auf 12.186. Wesentliche Gründe für den Anstieg der Zahl der angestellten Zahnärzte dürften sein, dass einerseits Vertragszahnärzte aus der Selbstständigkeit in ein Angestelltenverhältnis gewechselt sind und andererseits Berufsanfänger in stärkerem Maße statt der Selbstständigkeit ein Angestelltenverhältnis bei Vertragszahnärzten gewählt haben.

Die Gesamtzahl der Vertragszahnärzte und der bei ihnen angestellten Zahnärzte betrug am Ende des IV. Quartals 2019 60.509 (− 1,5 % gegenüber IV/2018) und am Ende des II. Quartals 2020 59.913 (− 1,5 % gegenüber II/2019). Unter Einbezug der angestellten Zahnärzte in MVZ lag die Gesamtzahl der Vertragszahnärzte und aller angestellten Zahnärzte Ende 2019 bei 63.360 (− 0,2 % gegenüber IV/2018) und am Ende des II. Quartals 2020 bei 62.968 (− 0,7 % gegenüber II/2019). Somit ist der Grad der vertragszahnärztlichen Versorgung trotz Rückgangs der Zahl der Vertragszahnärzte nur leicht gesunken (bei leicht gestiegener Zahl der Versicherten in der GKV).

 

Vertragszahnärzte IV/1992 - II/2020 - Deutschland


Die Abbildung zeigt, dass bis 2006 die Zahl der an der vertragszahnärztlichen Versorgung teilnehmenden Zahnärzte kontinuierlich anstieg, wobei der Anstieg in den 1990er-Anfangsjahren leicht höher ausfiel. Erst mit dem Inkrafttreten des Vertragsarztrechtsänderungsgesetzes (VÄndG) zum 1. Januar 2007 stellte sich ein Rückgang bei den Vertragszahnärzten ein, der bis heute anhält. Bis einschließlich 2015 lag der Anstieg der von Vertragszahnärzten angestellten Zahnärzte in Praxen über dem Rückgang der Zahl der Vertragszahnärzte, sodass die Zahl der in Zahnarztpraxen an der vertragszahnärztlichen Versorgung teilnehmenden Zahnärzte weiter anstieg. Im Jahr 2016 ist erstmals ein Rückgang dieser Zahl feststellbar, da die sinkende Zahl der Vertragszahnärzte nicht mehr vollständig durch den Anstieg der bei ihnen angestellten Zahnärzte kompensiert wird. Dies liegt jedoch vor allem an der zunehmenden Zahl von medizinischen Versorgungszentren (MVZ) und der bei ihnen angestellten Zahnärzten. In Summe stieg im Jahr 2019 die bei Vertragszahnärzten und MVZ angestellten Zahnärzte um 1.025 (2018: 1.263) auf 14.859 (2018: 13.834), so dass in der Gesamtbetrachtung der Anstieg der angestellten Zahnärzte den Rückgang der Vertragszahnärzte nahezu ausgleicht und die Anzahl der an der vertragszahnärztlichen Versorgung teilnehmenden Zahnärzte konstant geblieben ist. Der langjährige Trend steigender Behandlerzahlen ist jedoch gebrochen.

Die längerfristige Entwicklung der Zahl der Vertragszahnärzte im gesamten Bundesgebiet zeigt für den 10-Jahreszeitraum 2009 bis 2019 eine Abnahme um 5.952 Zahnärzte. Dies entspricht einem Rückgang um insgesamt 10,9 % bzw. jahresdurchschnittlich um 1,2 %. Unter Einbeziehung der Zahl der angestellten Zahnärzte in Praxen ergibt sich ein jahresdurchschnittlicher Anstieg um ca. 0,3 %, der sich noch weiter auf ca. 0,8 % erhöht, wenn man auch die angestellten Zahnärzte in MVZ mitberücksichtigt.

In der längerfristigen Betrachtung war ein Trend zur Praxiskooperation festzustellen. In den alten Bundesländern ist der Anteil der Gemeinschaftspraxen (ab 2007 Berufsausübungsgemeinschaften) in den letzten 25 Jahren auf 18,5 % in 2019 gestiegen. In den neuen Bundesländern betrug der Anteil der Gemeinschaftspraxen in 2019 12,0 %. In den letzten 5 Jahren ist jedoch der Anteil der Berufsausübungsgemeinschaften kontinuierlich gesunken, da sich mit der im Zuge des GKV-VSG in 2015 geschaffenen Möglichkeit der Zulassung fachgruppengleicher MVZ Berufsausübungsgemeinschaften vermehrt in MVZ umgewandelt haben oder von vorneherein MVZ anstatt Berufsausübungsgemeinschaften gegründet wurden.

Ende 2019 gab es im vertragszahnärztlichen Bereich in Deutschland 904 medizinische Versorgungszentren (MVZ) mit 2.851 angestellten Zahnärzten. In sechs nach § 311 SGB V zugelassenen Gesundheitseinrichtungen waren 18 angestellte Zahnärzte tätig.

Zahnarztdichte

Die Zahl der insgesamt behandelnd tätigen Zahnärzte (d. h. neben den an der vertragszahnärztlichen Versorgung teilnehmenden Zahnärzten auch die von ihnen beschäftigten angestellten Zahnärzte, Assistenten, an Kliniken tätige Zahnärzte usw.) ist in 2019 erstmalig nicht gestiegen und auf dem Vorjahresniveau verblieben. Auch die Zahnarztdichte nahm in 2019 erstmals wieder leicht ab, so dass Ende 2019 in Deutschland auf einen Zahnarzt 1.146 Einwohner kamen (alte Bundesländer 1.146 Einwohner je Zahnarzt, neue Bundesländer 1.143 Einwohner je Zahnarzt).

Einwohner je behandelnd tätigen Zahnarzt - Deutschland


Die Zunahme der behandelnd tätigen Zahnärzte bis 2018 resultierte im Wesentlichen daraus, dass an den Hochschulen mehr Zahnärzte ausgebildet wurden als Zahnärzte aus dem Beruf ausschieden. Diese Entwicklung setzte sich in 2019 nicht weiter fort, vor dem Hintergrund des demografischen Wandels mit dem verstärkten Eintritt der geburtenstarken Jahrgänge in das Rentenalter ist in den nächsten Jahren mit einer stetig sinkenden Zahl von behandelnd tätigen Zahnärzten zu rechnen. Das Ausmaß der Verschiebungen hängt jedoch auch von der Zahl der Erstimmatrikulationen im Studienfach Zahnmedizin (von der Erstimmatrikulation bis zur Approbation werden in der Regel ca. sechs Jahre benötigt) und von der Zahl der jährlich erteilten Approbationen an Zahnmediziner, die ihr Studium nicht in Deutschland absolviert haben, ab.

Die Prognosestudie des IDZ in Zusammenarbeit mit InForMed aus dem Jahre 2009 zeigt (in Abhängigkeit von der jeweils zugrunde gelegten Approbationszahl) unterschiedliche Tendenzen. Nach dieser Studie nimmt im Zeitraum von 2007 bis 2030 bei dem oberen Szenario (Ansatz einer jährlichen Approbationszahl von 2.100) die Zahl der behandelnd tätigen Zahnärzte um knapp 7 % zu. Bei dem mittleren Szenario (Ansatz einer jährlichen Approbationszahl von 1.800) nimmt dagegen die Zahl der behandelnd tätigen Zahnärzte um 3,6 % ab und beim unteren Szenario (Ansatz einer jährlichen Approbationszahl von 1.700) sogar um 7 %.

 

Entwicklung des Anteils der über 60-Jährigen an der Gesamtbevölkerung


Die Grafik zeigt die Entwicklung der Zahl der Einwohner je behandelnd tätigen Zahnarzt in Deutschland unter Ansatz des oberen Szenarios in der Prognosestudie des IDZ sowie unter Ansatz der aktualisierten 13. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahre 2017 (Rechnungsbasis 2015).

Rapide Zunahme der älteren Bevölkerung erwartet

Wesentliches Merkmal der demografischen Entwicklung ist der zunehmende Anteil der älteren Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung. Diese Entwicklung beruht im Wesentlichen auf der zunehmenden Lebenserwartung und den sinkenden Geburtenzahlen.

Waren im Jahre 1950 nur rd. 15 % der gesamtdeutschen Bevölkerung im Alter von 60 und mehr Jahren, so stieg dieser Anteil bis 2019 bereits auf 28,5 %.

Die aktualisierte 13. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahre 2017 lässt eine Verschärfung dieses Trends in der Zukunft erwarten (Variante 2-A: Kontinuität bei stärkerer Zuwanderung). Danach wird der Anteil der über 60-Jährigen an der Gesamtbevölkerung im Jahr 2060 37,3 % betragen. Parallel zum zunehmenden Anteil der älteren Bevölkerung wird sowohl die Anzahl der Jugendlichen als auch ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung nach den Modellrechnungen des Statistischen Bundesamtes deutlich zurückgehen.

Entwicklung des Anteils der über 60-Jährigen an der Gesamtbevölkerung


War 1950 noch fast jeder Dritte jünger als 20 Jahre, so wird es im Jahre 2060 nicht einmal jeder Fünfte sein. Die starken Verschiebungen innerhalb der Altersstruktur der Bevölkerung werden auch bei Betrachtung der Lebensbäume 2020, 2040 und 2060 in der folgenden Abbildung sichtbar.

Entwicklung des Anteils der unter 20-Jährigen an der Gesamtbevölkerung


Die geburtenstarken Jahrgänge, zurzeit etwa zwischen 49 und 64 Jahre alt, befinden sich im Jahre 2050 im höheren Rentenalter. Wegen der geringen Geburtenzahlen fehlt dem ”Rentnerbauch” der entsprechende Unterbau an jüngeren Menschen.

Von 2002, dem Jahr mit dem bisher höchsten Bevölkerungsstand mit 82,5 Millionen Einwohnern in Deutschland, an ging die Zahl der Einwohner bis 2011 kontinuierlich auf 80,3 Millionen Einwohner zurück. In 2012 stieg die Einwohnerzahl erstmalig wieder auf 80,5 Millionen an und nahm auch in den Folgejahren bis 2014 eher leicht auf 81,2 Millionen Einwohner zu, während im Jahr 2015 mit rund einer Millionen Einwohnern ein stärkerer Zuwachs zu verzeichnen war, sodass Ende 2015 die Einwohnerzahl bei 82,2 Millionen lag. Der höhere Bevölkerungszuwachs in 2015 resultiert im Wesentlichen daher, dass eine hohe Zuwanderung von Menschen nach Deutschland stattfand. In den Folgejahren 2016 bis 2019 erhöhte sich die Einwohnerzahl weiter und lag Ende 2019 bei 83,2 Millionen und damit seit 2017 über dem bisherigen Höchststand aus dem Jahr 2002.

Die langfristige Bevölkerungsentwicklung zeigt jedoch einen anderen Trend, so nimmt laut der 13. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes die Bevölkerungszahl langfristig ab. Ende 2019 lebten rund 83,2 Millionen Menschen in Deutschland, 2060 werden es etwa 76,5 Millionen sein.

Die demografische Entwicklung lässt erkennen, dass die Zahnärzte sich auf eine im Laufe der kommenden Jahre stark wachsende Bedeutung der Alterszahnheilkunde einstellen müssen.

Besondere zahnmedizinische Anforderungen für Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderung

Für Ältere ergeben sich besondere Anforderungen in der zahnmedizinischen Versorgung. Insbesondere Pflegebedürftige und Menschen mit Behinderung haben einen erhöhten zahnmedizinischen Behandlungs- und Präventionsbedarf. Bei diesem Personenkreis bestehen erhebliche Versorgungslücken. Der Gesetzgeber hat mit dem GKV-Versorgungsstrukturgesetz einen ersten Schritt zur Verbesserung der zahnmedizinischen Versorgung von Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderung gemacht. Zahnärztinnen und Zahnärzte erhalten eine zusätzliche Vergütung für die aufsuchende Versorgung von Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderungen, die eine Zahnarztpraxis aufgrund ihrer Pflegebedürftigkeit oder Behinderung nicht oder nur mit hohem Aufwand aufsuchen können. Mit dem Gesetz zur Neuausrichtung der Pflegeversicherung wurde diese Vergütung aus Gründen der Gleichbehandlung auf die aufsuchende Betreuung von immobilen Personen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz ausgeweitet.

Die Daten aus dem Versorgungsgeschehen zeigen im Zusammenhang mit den am 01.04.2013 neu eingeführten BEMA-Positionen 171a/b und den am 01.04.2014 neu eingeführten BEMA-Positionen 172a-d eine deutliche Zunahme der Besuchszahlen im Rahmen der aufsuchenden Betreuung. Die Zahl der Besuchspositionen, die in den Jahren 2006 - 2012 in der Regel um rd. 5 % pro Jahr gestiegen ist, hat von rd. 649.800 im Jahr 2012 auf rd. 979.500 im Jahr 2019 deutlich zugenommen (jahresdurchschnittlich +6,0 %).

Entwicklung der Anzahl der Besuche in den Jahren 2006 - 2019


Die jährliche Entwicklung der Zahl der Besuche seit 2006 lässt erkennen, dass insbesondere ab dem Jahr 2013, d.h. nach Einführung der neuen Leistungen nach § 87 Abs. 2i und 2j SGB V, die Zunahme der Besuchshäufigkeiten deutlich oberhalb der Entwicklung in den Vorjahren lag.

Die Besuche bei Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderungen im Jahr 2019 hatten (gemessen an den neuen BEMA-Positionen 171 a/b, 172a/b bzw. 173a/b) einen Anteil von rd. 91 % an der Gesamtzahl der Besuche. Dabei entfielen bereits 53 % aller Besuche auf die aufsuchende Betreuung in Pflegeheimen im Rahmen eines Kooperationsvertrages.

Mit dem Pflegeneuausrichtungsgesetz (PNG) wurden im Rahmen des § 87 Abs. 2j SGB V ab dem 01.04.2014 neue Leistungen (BEMA-Positionen 172a-d und 154/155) für das Aufsuchen von Versicherten in Pflegeheimen, die pflegebedürftig sind, eine Behinderung oder eine eingeschränkte Alltagskompetenz aufweisen, eingeführt. Voraussetzung für die Abrechenbarkeit dieser Leistungen ist der Abschluss eines Kooperationsvertrages nach § 119 b SGB V zwischen einem Vertragszahnarzt und einer Pflegeeinrichtung. Die Zahl der abgeschlossenen Kooperationsverträge nach § 119 b SGB V lag am 31.12.2019 bei 5.403 und damit um rd. gut 1.000 höher als am Ende des Jahres 2018. Damit hat in den ersten knapp 6 Jahren nach Einführung eine sehr dynamische Entwicklung bei der Zahl der neu abgeschlossenen Kooperationsverträge nach § 119 b SGB V stattgefunden, die sich auch im Jahr 2020 weiter fortsetzen dürfte. Dies zeigt, dass die Möglichkeit, Kooperationen mit Pflegeeinrichtungen zu schließen, von den Zahnärzten weiterhin genutzt wird.

Gemäß der aktuellsten Pflegestatistik des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahr 2017 lag die Zahl der Pflegeheime in Deutschland bei rd. 14.500. Bei einer Zahl von 5.403 Kooperationsverträgen ergibt sich ein Abdeckungsgrad von rd. 37 %, d. h., durchschnittlich besteht in mehr als jedem dritten Pflegeheim bereits eine Kooperation nach § 119b SGB V, wenn davon ausgegangen wird, dass je Pflegeheim nur eine Kooperationsvereinbarung geschlossen wird.

Die Abrechnungsdaten zur aufsuchenden Betreuung verdeutlichen, dass die neu eingeführten Leistungen im Rahmen des § 87 Abs. 2i und 2j SGB V (BEMA-Positionen 171a/b und 172a-d) eine hohe Akzeptanz erfahren und dass die Besuchspositionen schwerpunktmäßig bei dem Personenkreis erbracht werden, der im Konzept der Alters- und Behindertenzahnheilkunde als Zielgruppe im Mittelpunkt der Bemühungen steht.

Für die zahnärztliche Versorgung von Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderungen stehen ab dem 01.07.2018 neue präventive Leistungen nach § 22a SGB V zur Verfügung. Darunter fallen die Erhebung des Mundgesundheitsstatus, die Erstellung eines Mundgesundheitsplans, die Mundgesundheitsaufklärung und die zusätzliche Entfernung harter Zahnbeläge. Diese Leistungen stehen nicht nur im Rahmen der aufsuchenden Betreuung, sondern auch in den Praxen für Versicherte mit einem Pflegegrad sowie für Versicherte, die Eingliederungshilfe erhalten, zur Verfügung.

Die Abrechnungsdaten der neuen Präventionsleistungen zeigen, dass die Zahnsteinentfernung (107a) im Jahr 2019 rd. 148.500 mal, der Mundgesundheitsstatus und -plan (174a) rd. 342.100 mal und die Mundgesundheitsaufklärung (174b) rd. 312.800 mal in Praxen und Heimen zusammen abgerechnet wurde.

Die Aufteilung der neuen Präventionsleistungen nach § 22 a SGB V in Abhängigkeit vom Behandlungsumfeld (Praxis bzw. aufsuchende Betreuung) verdeutlicht, dass Mundhygienestatus und -plan und Mundgesundheitsaufklärung zu über 80 % in der aufsuchenden Betreuung und nur zu 20 % in den Praxen erbracht werden. Bei der zusätzlichen Zahnsteinentfernung (107a) liegen die Anteile in Praxen mit rd. 36 % deutlich höher als bei den beiden anderen Präventionsleistungen. Bei ausschließlicher Betrachtung der Leistungen in der aufsuchenden Betreuung wird deutlich, dass der weit überwiegende Teil der neuen Präventionsleistungen nach § 22a SGB V im Rahmen von Kooperationsverträgen geleistet wird.

Diese Leistungen sind auf den speziellen Versorgungs- und Präventionsbedarf von Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderungen und eingeschränkter Alltagskompetenz ausgerichtet, der auch durch die Ergebnisse der Fünften Deutschen Mundgesundheitsstudie, in der ein besonderer Akzent auf die Untersuchung dieser Personengruppe gesetzt wurde, bestätigt wird.

DMS V - Aktuelle Daten zur Mundgesundheit in Deutschland

Das Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) hat 2016 die Fünfte Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS V) veröffentlicht. Damit liegen aktuelle Kennzahlen zur Mundgesundheit und zahnmedizinischen Versorgung in Deutschland vor. Wesentliche Kernergebnisse für Deutschland sind:

Karieserfahrung und Fortschritte durch Prophylaxe

Im Hinblick auf Karies belegt die DMS V die Verbesserung der Mundgesundheit durch Prophylaxe. So beträgt die Anzahl der Zähne mit einer Karieserfahrung (Gesamtheit der durch Karies oder Kariesfolgen (Füllungen oder andere Restaurationen, Zahnverluste) betroffenen Zähne eines Gebisses) für Kinder (12-Jährige) im Durchschnitt 0,5 Zähnen, für jüngere Erwachsene (35- bis 44-Jährige) 11,2 Zähne, für jüngere Senioren (65- bis 74-Jährige) 17,7 Zähne und für ältere Senioren (75- bis 100-Jährige) 21,6 Zähne.

Die Mundgesundheit von Kindern hat sich damit im Vergleich zur DMS IV (2005) noch einmal weiter verbessert. Acht von zehn 12-jährigen Kindern (81,3 %) sind heute vollkommen kariesfrei, die Zahl der kariesfreien Gebisse hat sich in den Jahren 1997 bis 2014 praktisch verdoppelt. Mit einer durchschnittlichen Karieserfahrung von 0,5 DMF-Zähnen steht Deutschland in dieser Altersgruppe an der Weltspitze.

Entwicklung der Karieserfahrung (DMF-T)1) bei unterschiedlichen Altersgruppen


Auch bei den jüngeren Erwachsenen (35- bis 44-Jährige) zeigen sich die positiven Effekte der zahnärztlichen Prävention deutlich. Gerade diese in der DMS V untersuchte Altersgruppe war im Unterschied zu ihren Vergleichskohorten in der DMS IV und III erstmalig in ihrer Kindheit und im Jugendalter nachhaltig in die Gruppen- und Individualprophylaxe eingebunden. Der bereits in der DMS IV aus dem Jahr 2005 festzustellende Rückgang der Karieserfahrung in dieser Altersgruppe hat sich sogar verstärkt, sodass heute durchschnittlich 11,2 Zähne eine Karieserfahrung aufweisen, wobei der Rückgang bei der Karieslast sowohl durch weniger Füllungen als auch durch einen Rückgang von Zahnverlusten bedingt ist. Im Jahr 1997 (DMS III) waren dies noch 16,1 Zähne. Außerdem hat sich der Anteil der kariesfreien jüngeren Erwachsenen seit 1997 verdreifacht.

Verstetigt hat sich der Kariesrückgang auch bei den jüngeren Senioren (65- bis 74-Jährige). Während der Kariesindex im Jahr 1997 noch bei 23,6 Zähnen lag, beträgt er nun 17,7 Zähne. Hier liegt die Ursache vor allem darin, dass heute deutlich weniger Zähne wegen Karies verloren gehen und somit die zahnerhaltenden professionellen Maßnahmen greifen: In den Jahren 1997 bis 2014 ist eine deutliche Zunahme eigener Zähne um mehr als sechs Zähne zu verzeichnen; eine deutliche Verbesserung der Mundgesundheit bei jüngeren Senioren, die sich in dem gegenüber 1997 halbierten Anteil der völligen Zahnlosigkeit in dieser Altersgruppe und einem sehr hohen Kariessanierungsgrad von 90,6 % zeigt.

Parodontalerkrankungen

Mit der vorliegenden DMS-V-Studie des IDZ und den Vorgängerstudien von 1989, 1992, 1997 und 2005 (DMS I bis DMS IV) ergibt sich insbesondere, dass die Zahngesundheit in Deutschland immer besser geworden ist. Erwachsene und Senioren behalten ihre Zähne immer länger. Der Paradigmenwechsel in der zahnmedizinischen Versorgung von der Versorgung zur Vorsorge zeigt erstmals auch Erfolge bei Parodontalerkrankungen. Die Zahl der Menschen mit Parodontalerkrankungen nimmt in Deutschland ab.

In der Gruppe der 35- bis 44-Jährigen hat sich der Anteil mit schwerer Parodontitis seit dem Jahr 2005 halbiert (DMS IV: 17,4 %; DMS V: 8,2 %). Auch das Ausmaß der Erkrankungen (Anzahl der betroffenen Zähne) ist bei den jüngeren Erwachsenen leicht rückläufig. Dennoch ist gut jeder zweite jüngere Erwachsene (52 %) von einer parodontalen Erkrankung betroffen, davon weisen 43,4 % eine moderate Parodontitis und rund jeder Zehnte eine schwere Parodontitis auf.

Obwohl ältere Menschen immer länger eigene Zähne haben, geht auch bei den jüngeren Senioren das Ausmaß der moderaten und schweren Parodontalerkrankungen zurück. Dennoch weisen knapp zwei Drittel der jüngeren Senioren eine parodontale Erkrankung auf. Von einer moderaten Parodontitis ist jeder Zweite dieser Altersgruppe betroffen, von einer schweren Parodontitis jeder Fünfte. Der Anteil von 19,8 % schwerer Parodontalerkrankungen hat sich damit jedoch - wie auch in der Gruppe der jungen Erwachsenen - gegenüber der DMS IV (44,1 %) mehr als halbiert. Demgegenüber weisen in der Gruppe der älteren Senioren - also den 75- bis 100-Jährigen - neun von zehn Menschen eine moderate bzw. schwere Parodontitis auf.

Im Hinblick auf Zahnverluste in der Erwachsenenbevölkerung konnten bei jüngeren Erwachsenen im Durchschnitt 2,1 fehlende Zähne und bei den jüngeren Senioren im Durchschnitt 11,1 fehlende Zähne (1997 waren es 4,2 bzw. 17,6 Zähne) dokumentiert werden. War noch im Jahr 1997 (DMS III) jeder vierte jüngere Senior zahnlos (24,8 %), so ist es heute nur noch jeder achte (12,4 %).

Für die Zukunft ist trotz abnehmender Prävalenzen daher mit der Verlagerung chronischer Munderkrankungen in ein höheres Lebensalter zu rechnen, sodass aufgrund der demografischen Entwicklung eine Zunahme des Behandlungsbedarfs prognostiziert wird (sog. Morbiditätskompression, siehe Abbildung).

Prognostizierter parodontaler Behandlungsbedarf durch demografischen Wandel


Senioren und Pflegebedürftige

Immer mehr jüngere Senioren (65- bis 74-Jährige) behalten ihre eigenen Zähne. Jüngere Senioren besitzen heute im Durchschnitt mindestens fünf eigene Zähne mehr als noch im Jahr 1997 (DMS III: 10,4 vs. DMS V: 16,9 Zähne). Zahnerhaltende Therapien und die konsequente Präventionsorientierung in der zahnmedizinischen Versorgung haben in den vergangenen 17 Jahren deutliche Erfolge gezeigt. Mit dieser überaus positiven Entwicklung nimmt Deutschland im internationalen Vergleich derzeit eine Spitzenposition ein. Die steigende Anzahl eigener Zähne bis ins hohe Alter ermöglicht immer mehr Patienten, sich für einen festsitzenden Zahnersatz wie Brücken, Kronen oder Implantate zu entscheiden. Nach den Ergebnissen der DMS V verfügen Patienten heute zehnmal häufiger über Implantate als noch im Jahr 1997. Auch diese Entwicklung unterstreicht den Trend zum festsitzenden Zahnersatz. 86,7 % der jüngeren Senioren geben an, sehr zufrieden oder zufrieden mit ihrem eigenen Zahnersatz zu sein. Diese Ergebnisse stehen in direktem Zusammenhang mit der Abnahme der völligen Zahnlosigkeit.

Ältere Menschen mit Pflegebedarf weisen jedoch eine schlechtere Zahn- und Mundgesundheit auf als die gesamte Altersgruppe der älteren Senioren (75- bis 100-Jährige). Ältere Menschen mit Pflegebedarf haben eine höhere Karieserfahrung (24,5 vs. 21,6 DMF-Zähne) und weniger eigene Zähne (22,4 vs. 17,8 fehlende Zähne) als die gesamte Altersgruppe der älteren Senioren. Während lediglich ein Drittel der 75- bis 100-Jährigen keine eigenen Zähne mehr hat, ist heute bei den Menschen mit Pflegebedarf in dieser Altersgruppe jeder Zweite zahnlos. Die verbleibenden eigenen Zähne sind weniger funktionstüchtig und weisen auch einen höheren Behandlungsbedarf auf. Auffällig ist zudem, dass pflegebedürftige ältere Senioren zwar prothetisch versorgt sind, im Vergleich aber häufiger über einen herausnehmbaren Zahnersatz verfügen. Dies ist beim Betreuungsaufwand für pflegende Angehörige und Pflegende besonders zu beachten. Mit zunehmender Pflegebedürftigkeit sind ältere Menschen weniger belastbar - das gilt auch für die zahnmedizinische Versorgung. Die drei Kriterien, die die sogenannte zahnmedizinisch funktionelle Kapazität ausmachen, nehmen stark ab: Die Therapiefähigkeit sinkt, die Mundhygienefähigkeit nimmt ab und die Eigenverantwortung ist in hohem Maße eingeschränkt. Nur 17,5 % der Menschen mit Pflegebedarf können uneingeschränkt zahnmedizinisch behandelt werden. Dagegen kann noch jeder zweite ältere Senior der gesamten Altersgruppe uneingeschränkt zahnmedizinisch behandelt werden.

Verschiebung der Munderkrankungen in das höhere Lebensalter (Morbiditätskompression)


Während die Therapiefähigkeit sinkt, steigt bei Pflegebedürftigkeit der Behandlungsbedarf. Jeder zweite Mensch mit Pflegebedarf ist in seiner Therapiefähigkeit in der Regel eingeschränkt. Teilweise kann eine zahnmedizinische Behandlung unter ambulanten Bedingungen nicht mehr stattfinden. Deshalb müssen zahnärztliche Behandlungsstrategien entsprechend angepasst werden. Durch kürzere Dauer der Zahnarzttermine, durch besondere zahnmedizinische Versorgungskonzepte und durch Zahnprothesen, die auch von den Pflegenden korrekt herausgenommen werden können. 29,8 % der Menschen mit Pflegebedarf können sich nicht mehr selbst um die Pflege ihrer Zähne und Zahnprothesen kümmern und benötigen Hilfe bei der täglichen Mundhygiene. 60 % der Menschen mit Pflegebedarf sind nicht mehr in der Lage, eigenständig einen Zahnarzttermin zu organisieren und selbstständig eine Praxis aufzusuchen.

Mit dem Anstieg der Pflegebedürftigkeit wachsen daher die Anforderungen an eine zahnmedizinische Therapiestrategie, die den besonderen Ansprüchen der Menschen mit Pflegebedarf bei der präventiven und zahnärztlichen Versorgung sowie der Unterstützung beim Erhalt der Mundgesundheit durch die pflegenden Personen Rechnung trägt. Auf diese Aufgabe für den gesamten Berufsstand weisen die zahnärztlichen Institutionen bereits seit einigen Jahren hin und haben mit ihrem Konzept “Mundgesund trotz Handicap und hohem Alter” ein entsprechendes Maßnahmenpaket entwickelt. Die Ergebnisse der DMS V bestätigen, dass die Zahnärzteschaft in diesem Bereich die Weichen richtig gestellt hat: Das sogenannte AuB-Konzept adressiert die entscheidenden, durch den Gesetzgeber zum Teil bereits aufgegriffenen Aspekte. Als Beispiele seien die Verbesserung der aufsuchenden Betreuung und das Präventionsmanagement genannt.

Die Ergebnisse der DMS V bedeuten, dass künftig - auch vor dem Hintergrund des demografischen Wandels - ein besonderes Augenmerk der zahnärztlichen Prävention und Therapie auf Menschen mit Pflegebedarf gelegt werden muss.

Morbiditätskompression und zukünftige Behandlungsbedarfe

Insgesamt lässt sich ein deutlich positiver Trend sowohl im Hinblick auf die Karies als auch auf die Parodontitiserfahrung erkennen. Diese Entwicklung zieht sich durch alle Altersgruppen und darüber hinaus auch quer durch alle Sozialschichten der Gesellschaft. Er scheint dazu zu führen, dass sich die altersgruppenspezifischen oralen Morbiditätsprofile im Lebensbogen eines Menschen sukzessive nach hinten verschieben. Dieses Phänomen wird als Morbiditätskompression bezeichnet.

Dieser Trend kann auf der einen Seite auf die Erfolge in der Primärprävention, also der Verhütung von oralen Erkrankungen zurückgeführt werden. Ein in der Zahnmedizin besonders eindrucksvolles Beispiel der bevölkerungsweiten Ergebnisse kann am Kariesrückgang im Zusammenhang mit der Einführung der Individual- und Gruppenprophylaxe im Jahr 1988 illustriert werden. Seit diesem Zeitpunkt konnte die Kariesprävalenz bei den so betreuten Kindern von 88 % (13/14-Jährige in Westdeutschland im Jahr 1989) auf 18 % (12-Jährige in Deutschland im Jahr 2014) gesenkt werden. Auf der anderen Seite kann der Umfang therapeutischer Eingriffe durch sekundärpräventive Maßnahmen (Früherkennung) im Rahmen einer kontrollorientierten Inanspruchnahme zahnärztlicher Dienstleistungen gesenkt werden. Schließlich ist zu erwarten, dass der zahnmedizinische Fortschritt bei Gesundheitsdienstleistungen, also moderner, minimal- oder gering invasiver Therapiemaßnahmen, ein weiterer Grund der Morbiditätskompression ist.

So stellt sich die Mundgesundheit älterer Senioren (75- bis 100-Jährige) in zentralen Markern der Mundgesundheit heute in etwa so dar, wie der Zustand bei jüngeren Senioren (65- bis 74-Jährige) vor zehn Jahren war (Abbildung “Verschiebung der Munderkrankungen in das höhere Lebensalter (Morbiditätskompression)). Morbiditätskompression, demografische Entwicklung, steigende Lebenserwartung, mehr eigene Zähne und weniger Zahnlosigkeit im Alter lassen daher erwarten, dass sich Behandlungsbedarfe zukünftig in das höhere Lebensalter verschieben. Das stellt auch die zahnmedizinische Versorgung vor neue Herausforderungen.

Auch aus den Daten des Risikostrukturausgleiches (RSA) und des Bundesversicherungsamtes lässt sich eine altersmäßige Verschiebung des Ausgabenprofils für Zahnbehandlung bei gesetzlich Versicherten belegen.

GKV-Ausgaben für Zahnbehandlung je Versicherten nach dem Alter von 1996 und 2018 - Deutschland


So zeigt sich, dass das Ausgabenprofil im Jahr 2018 ab einem Alter von circa 50 Jahren, das in der Abbildung “GKV-Ausgaben für Zahnbehandlung je Versicherten nach dem Alter von 1996 und 2018 - Deutschland” blau schraffiert ist, auf einem wesentlich höheren Niveau verläuft als es im Jahr 1996 der Fall war. Dadurch wird deutlich, dass sich der Behandlungsbedarf auf immer älter werdende Patienten verlagert.

Altersabhängige Ausgaben

Die zunehmende Überalterung in Deutschland wird erheblichen Einfluss auf die Ausgabensituation der gesetzlichen Krankenversicherung haben. In einer Reihe ausgabenintensiver Bereiche steigen morbiditätsbedingt die Ausgaben je Versicherten mit fortschreitendem Alter an. Dies führt zu einem deutlichen Anstieg der gesamten Gesundheitsausgaben mit zunehmendem Alter.

Für die zahnärztliche Versorgung gilt dies allerdings nicht. Hier liegen die Ausgaben je Versicherten in den oberen Altersklassen auf einem deutlich niedrigeren Niveau als bei den jüngeren Versicherten. Dies bestätigen die Daten aus dem Risikostrukturausgleich (RSA) des Bundesversicherungsamtes für das Jahr 2018, die für die Grafiken der altersbezogenen Ausgabenprofile zugrunde gelegt wurden.

GKV-Gesundheitsausgaben je Versicherten nach dem Alter 2018 - Deutschland


Das typische Lebensprofil der GKV-Gesundheitsausgaben eines Versicherten mit durchschnittlichem Krankheitsrisiko verläuft folgendermaßen: Die Gesundheitsausgaben sind im ersten Lebensjahr hoch, verharren bei jüngeren Menschen auf niedrigem Niveau, steigen dann allmählich an und nehmen ab dem 45. Lebensjahr deutlich zu.

Dagegen verläuft die Ausgabenkurve für Zahnbehandlung über alle Altersjahrgänge gegenüber den Gesundheitsausgaben relativ flach. Nach einem kurzen Anstieg bei den Jugendlichen (KFO-Behandlung) nehmen die Ausgaben für Zahnbehandlung in den mittleren Lebensjahren leicht zu und fallen im höheren Alter sogar ab.

Inhaltsverzeichnis
Glossar
Schlagworte A bis Z
A bis Z
Glossar
  • A
  • |
  • B
  • |
  • C
  • |
  • D
  • |
  • E
  • |
  • F
  • |
  • G
  • |
  • H
  • |
  • I
  • |
  • J
  • |
  • K
  • |
  • L
  • |
  • M
  • |
  • N
  • |
  • O
  • |
  • P
  • |
  • Q
  • |
  • R
  • |
  • S
  • |
  • T
  • |
  • U
  • |
  • V
  • |
  • W
  • |
  • X
  • |
  • Y
  • |
  • Z
  • |
  • A
Abrechnungsfälle
Abrechnungsstatistik
Altersverteilung
Alterszahnheilkunde
angestellte Zahnärzte
Anteil
Anteile ausgewählter Ausgabenbereiche
Anzahl
Apotheken
Approbationen
Arbeitszeit des Zahnarztes
ärztliche Behandlung
Aufteilung
Ausgaben der GKV
Ausstattung