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KZBV Jahrbuch 2020
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Abrechnungsfälle
Abrechnungsstatistik
Altersverteilung
Alterszahnheilkunde
angestellte Zahnärzte
Anteil
Anteile ausgewählter Ausgabenbereiche
Anzahl
Apotheken
Approbationen
Arbeitszeit des Zahnarztes
ärztliche Behandlung
Aufteilung
Ausgaben der GKV
Ausstattung

4.1  Kurzbericht

Die von der KZBV auf der Grundlage der Datenlieferungen der KZVen (Frequenzstatistiken) erstellten Einzelleistungsstatistiken für die Bereiche allgemeine, konservierende und chirurgische Behandlung, Prothetik, Kieferorthopädie und Parodontalbehandlung dienen dem Zweck, die Struktur der Abrechnungsfälle repräsentativ widerzuspiegeln und detaillierte Rückschlüsse auf die Entwicklung des Leistungsgeschehens zu ermöglichen.

Für den Bereich Prothetik können infolge der Einführung des Festzuschusssystems ab dem Jahr 2005 die Einzelleistungsstatistiken in der bisherigen Form nicht fortgeführt werden, d. h. repräsentative Strukturaussagen zu den abgerechneten BEMA-Leistungen sind nicht mehr möglich. Stattdessen können zur Orientierung Strukturaussagen anhand abgerechneter Befund-Positionen abgeleitet werden. Hierzu müssen allerdings die über die KZVen abgerechneten Befund-Positionen mit hochgerechneten Stichprobendaten andersartiger Versorgungen gekoppelt werden.

Zahl der Füllungen langfristig gesunken

Die Einzelleistungsstatistik im Bereich konservierend-chirurgische Behandlung für das Jahr 2019 weist für die GKV eine Zahl von 49,3 Mio. Füllungen in Deutschland aus, was einem Rückgang um 0,8 % je Mitglied gegenüber 2018 entspricht. Dabei fiel der Rückgang bei den ein- und zweiflächigen Füllungen mit -0,7 % etwas schwächer aus als bei den drei- und mehrflächigen Füllungen mit -1,1 %. Der Rückgang der Zahl der Füllungen lag damit im Jahr 2019 etwas unterhalb des längerfristigen Durchschnitts. Im längerfristigen Rückblick ist die Zahl der Füllungen bei GKV-Versicherten bundesweit in den letzten 10 Jahren um 6,9 Mio. (-12,3 % bzw. -1,3 % p. a.) und in den letzten 20 Jahren sogar um 15,1 Mio. (-23,5 % bzw. -1,3 % p. a.) zurückgegangen. Dieser somit langfristig zu verzeichnende Abwärtstrend bei den Füllungen, der sowohl im Westen als auch im Osten festzustellen war, ist als Indiz für eine deutliche Verbesserung der Mundgesundheit in Deutschland zu werten. Bei den relativen Häufigkeiten weisen die neuen Bundesländer mit rd. 55,5 Füllungen je 100 Fälle weiterhin eine höhere Füllungslast als in den alten Bundesländern mit 51,2 je 100 Fälle auf.

Zum 01.07.2018 sind die Abrechnungsbestimmungen zu den BEMA-Positionen 13 e-g weiter gefasst worden, sodass auch bei Schwangeren, Stillenden und Kindern unter 15 Jahren eine Versorgung mit Kompositfüllungen im Seitenzahnbereich abrechnungsfähig ist. Zusätzlich wurde mit der BEMA-Position 13h eine Regelung für mehr als dreiflächige Kompositfüllungen neu aufgenommen. Kompositfüllungen im Seitenzahnbereich waren bislang nur abrechnungsfähig, wenn sie entsprechend der Adhäsivtechnik erbracht wurden und wenn eine Amalgamfüllung absolut kontraindiziert war.

Füllungen 13a-h - Häufigkeiten je 100 Fälle - Alte Bundesländer/Neue Bundesländer - Jahr 2019


Mit dieser Erweiterung steht ab dem 01.07.2018 eine alternative Versorgungsmöglichkeit zur Verfügung, die die Vorgaben der Quecksilber-Verordnung berücksichtigt und zugleich den Anspruch der betroffenen Versichertengruppen auf eine zuzahlungsfreie Füllungstherapie wahrt. Die Entscheidung, welche Füllungsmaterialien jeweils zum Einsatz kommen, trifft dabei der Zahnarzt im Einzelfall. Die Gesamtzahl der abgerechneten Füllungen 13e-h belief sich im Jahr 2019 in Deutschland auf rd. 2,231 Mio. Damit entfielen von allen Füllungen auf die Füllungen 13e-h im Jahr 2019 bundesweit ein Anteil von rd. 4,5 %. Die Zahl der Extraktionen je Mitglied verringerte sich in Deutschland in 2019 gegenüber 2018 um 0,7 %. Im längerfristigen Vergleich sind die Extraktionen bundesweit in den letzten 10 Jahren um 1,0 Mio. (-7,8 % bzw. -0,8 % p. a.) und in den letzten 20 Jahren sogar um 1,6 Mio. (-11,5 % bzw. -0,6 % p. a.) zurückgegangen. Die langfristige abnehmende Tendenz auch bei den Extraktionen deutet auf einen deutlich verbesserten Mundgesundheitszustand hin.

Seit der BEMA-Umstrukturierung im Jahr 2004 haben sich innerhalb des Bereiches konservierend-chirurgische Behandlung die umsatzstärksten BEMA-Positionen, die gemessen an ihrem Anteil am Punktevolumen knapp 90 % des Leistungsgeschehens ausmachen, deutlich unterschiedlich entwickelt: Im Zuge des Rückgangs der Zahl der Füllungen hat sich auch der Anteil der Füllungen am Punktevolumen im Bereich konservierend- chirurgische Behandlung von 30,4 % in 2004 auf 26,0 % im Jahr 2019 verringert (-21,6 % je Mitglied). Ebenso zurückgegangen ist das Punktevolumen bei endodontischen Leistungen (-20,3 % je Mitglied), bei Anästhesien (-11,0 % je Mitglied) und bei IP/FU-Leistungen (-5,0 % je Mitglied).

Teilweise deutliche Zunahmen beim abgerechneten Punktevolumen sind im Zeitraum 2004 - 2019 demgegenüber bei den Röntgenleistungen (+14,2 % je Mitglied), bei den Untersuchungs- und Beratungsleistungen (+5,0 % je Mitglied) sowie bei der Zahnsteinentfernung (+1,5 % je Mitglied) zu verzeichnen. Die Veränderung des gesamten Punktevolumens im Bereich konservierend-chirurgische Behandlung betrug im Zeitraum 2004 - 2019 insgesamt -8,1 % je Mitglied.

Entwicklung des Punktevolumens (je Mitglied) bei konservierend-chirurgischen Leistungen - Deutschland 2004 - 2019


Bei dem unter den Untersuchungs- und Beratungsleistungen subsumierten PSI-Code (Parodontaler Screening-Index), der zur Früherkennung parodontaler Erkrankungen erhoben wird, ist seit 2004 ein deutlicher Zuwachs (+46,1 % je Mitglied, d. h. +2,6 % p. a.) zu erkennen. Dies verdeutlicht auch, dass parodontale Erkrankungen, die in der Bevölkerung weit verbreitet auftreten, von den Zahnärzten mit zunehmender Intensität im Rahmen der Erhebung des PSI-Codes kontrolliert werden.

Diese Entwicklungen bei den einzelnen Leistungskomplexen im Bereich konservierend-chirurgische Behandlung verdeutlichen die Strukturverschiebung in den letzten 10 bis 15 Jahren hin zu diagnostischen, beratenden und präventiven Leistungen.

Strukturverschiebung bei prothetischen Versorgungsformen

Die Einzelleistungsstatistik im Bereich Zahnersatz zeigt im längerfristigen Vergleich erhebliche Verschiebungen der Häufigkeiten der Versorgungsformen: In den letzten 30 Jahren sind die Zahl der Einzelkronen und die Zahl der Brücken deutlich angestiegen, während bei den Teilprothesen und bei den Totalprothesen ein Rückgang festzustellen war. Dies verdeutlicht ebenfalls, dass sich der Mundgesundheitszustand der GKV-Versicherten längerfristig verbessert hat.

Mit der Einführung des befundorientierten Festzuschusssystems im Jahr 2005, mit dem die Wahlmöglichkeiten der Patienten erweitert, ihre Teilhabe am medizinischen Fortschritt gesichert und nicht zuletzt die Budgetierung der Zahnersatzausgaben aufgehoben wurde, haben sich Sondereffekte in der Entwicklung niedergeschlagen. Bei Vergleichsbetrachtungen im Bereich Zahnersatz sind insbesondere auch in Bezug auf die Wahl des Basiszeitraums die im Zuge der Einführung des Festzuschusssystems im Jahr 2004 festzustellenden Ankündigungs- und Vorzieheffekte sowie die Umstellungsprozesse nach der Einführung des Festzuschusssystems zu berücksichtigen. Diese Umstellungseffekte sorgten dafür, dass das Fallzahlund Ausgabenniveau im Jahr 2004 durch Vorzieheffekte deutlich erhöht war und demgegenüber im Jahr 2005 atypisch niedrig lag. Die Entwicklung im Bereich Zahnersatz stellte sich in den Folgejahren im Rahmen eines Normalisierungsprozesses deutlich ausgeprägter dar.

Somit erscheint die Heranziehung des Basisjahres 2006 für längerfristige Strukturvergleiche sachlich geeignet, wobei auch in den Jahren 2006 - 2009 noch spezielle Entwicklungen aufgrund des Normalisierungsprozesses nach der Umstellung auf das Festzuschusssytem stattfanden. Die Struktur der abgerechneten Festzuschussbefunde (FZ-Befunde) ist ein wichtiger Indikator, um das Versorgungsgeschehen im Bereich Zahnersatz im Zeitverlauf einschätzen zu können.

Bei den Einzelkronen stieg die Zahl der abgerechneten Festzuschüsse je 100 Fälle von 42,7 im Jahr 2006 auf 50,6 im Jahr 2019, bei den Brückenversorgungen von 11,3 auf 12,0 bei den Prothesen von 7,8 auf 9,2 und bei den Interimsprothesen von 4,8 auf 6,6. Die Häufigkeit bei den Reparaturen ist von 71,1 im Jahr 2006 auf 66,9 im Jahr 2019 zurückgegangen.

Die Festzuschüsse für Teleskopkronen und für Totalprothesen haben sich vergleichsweise schwächer als die andern Versorgungsformen entwickelt.

Die Veränderungen beim Vergleich der relativen Häufigkeiten zeigen, dass bei Einzelkronen, Brückenversorgungen und den Interimsprothesen deutliche Zunahmen erkennbar sind, wogegen bei Modellgussprothesen, Totalprothesen leichte Zunahmen und bei Wiederherstellungen Rückgänge zu verzeichnen sind. Diese Entwicklung unterstreicht den anhaltenden Trend hin zu festsitzenden Versorgungsformen zu Lasten der Versorgung mit herausnehmbarem Zahnersatz.

Relative Häufigkeit (je 100 Fälle) von ausgewählten ZE-Versorgungsformen -Deutschland - 2006 und 2019


Diese Entwicklung ist damit zu begründen, dass bei Versicherten im Lebenszyklus immer länger eine höhere Zahl von eigenen Zähnen erhalten bleibt und länger festsitzender Zahnersatz (Einzelkronen, Brückenversorgungen oder Kombinationsversorgungen mit Teleskopkronen) eingegliedert werden kann, sodass einfachere Prothesenversorgungen zurückgehen, weil sie i.d.R. erst im höheren Lebensalter Anwendung finden.

Dabei ist zu berücksichtigen, dass bei festsitzenden Versorgungen ein (auch kostenmäßig) höherer Aufwand bei der Versorgung entsteht als bei vergleichsweise einfacheren (und damit günstigeren) Modellguss- bzw. Totalprothesenversorgungen. Dabei zeigt sich deutlich das als “Morbiditätskompression” bezeichnete Phänomen des Verschubs der Krankheitslast und damit verbunden steigender monetärer Kosten in spätere Lebensphasen.

Bonusregelungen im Bereich Zahnersatz

GKV-Versicherte, die Zahnersatzleistungen in Anspruch nehmen, erhalten im Rahmen der Bonusregelung, in Abhängigkeit von der im Bonusheft dokumentierten Bemühungen zur Erhaltung der Zahngesundheit, einen Bonus in Höhe von 20 % bzw. 30 % zum jeweiligen Festzuschuss. Die Versicherten erhalten einen Bonus von 20 %, wenn das Bonusheft über einen Zeitraum von 5 Jahren lückenlos geführt wurde bzw. einen Bonus von 30 %, wenn das Bonusheft über einen Zeitraum von 10 Jahren lückenlos geführt wurde.

GKV-Versicherte, die der Härtefallregelung unterliegen (Härtefälle), erhalten bei der Versorgung mit Zahnersatz den doppelten Festzuschuss bzw. die tatsächlich anfallenden Kosten der Regelversorgung.

Aufteilung der über die KZVen abgerechneten Zahnersatzfälle - nach Zuschuss-Bonusgruppen - 2019


Eine Aufteilung der Fallzahlen sowie des Zuschussbetrages nach der Höhe des Zuschusses/Bonus zeigt auf Basis der über die KZVen abgerechneten Zahnersatzfälle (ohne andersartige Versorgungen), dass im Jahr 2019 10,3 % (West 10,3 %, Ost 10,4 %) der Fälle der Härtefallregelung unterlagen, 45,6 % (West 41,2 %, Ost 63,6 %) der Fälle einen Bonus von 30 % und 8,5 % (West 9,1 %, Ost 6,1 %) der Fälle einen Bonus von 20 % erhielten. Der Anteil der Fälle ohne Bonus belief sich im Jahr 2019 auf rd. 35,6 % (West 39,4 %, Ost 19,9 %). Somit wurden rd. zwei Drittel der Fälle im Rahmen der Härtefallregelung bzw. der Bonusregelung abgewickelt.

Durch die nicht vollständigen Bemühungen zur Erhaltung der Zahngesundheit (Bonusheft) erhielten Versicherte bei rd. 44 % der Zahnersatzversorgungen nicht den möglichen höheren Bonus in Höhe von 30 %. Dadurch entgingen den Versicherten Zuschüsse der Krankenkassen in einer Größenordnung von rd. 240 Mio. € pro Jahr, was auf Kassenseite zu entsprechenden Einsparungen in Höhe von rd. 7 % der Ausgaben für Zahnersatz führte.

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