•  
ATLAS MEDICUS® in der Praxis
Schlagworte A bis Z
A bis Z
Glossar
  • A
  • |
  • B
  • |
  • C
  • |
  • D
  • |
  • E
  • |
  • F
  • |
  • G
  • |
  • H
  • |
  • I
  • |
  • J
  • |
  • K
  • |
  • L
  • |
  • M
  • |
  • N
  • |
  • O
  • |
  • P
  • |
  • Q
  • |
  • R
  • |
  • S
  • |
  • T
  • |
  • U
  • |
  • V
  • |
  • W
  • |
  • X
  • |
  • Y
  • |
  • Z
Abschreibungsdauer
Absolventengehälter
Allgemeinmediziner
ambulanten Operationen
Anästhesisten
Angestelltenverhältnis
Anschaffungskosten
Arbeitnehmer
Arbeitsbelastung
Arbeitsumfang
Arzt in einem Angestelltenverhältnis
Ärzteeinkommen
Augenärzte
Ausfallrisiken
Auslastung

2.5  Honorarvorteil für HzV-Ärzte?

Rund zehn Jahre nach ihrem Start hat sich die hausarztzentrierte Versorgung (HzV) als feste Versorgungssäule etabliert. Mehr als 17.000 Hausärzte nehmen heute an der Versorgungsform teil. Über 4,6 Mio. gesetzlich Krankenversicherte sind in einen Vollversorgungsvertrag nach § 37b SGB V eingeschrieben. Hinzu kommen weitere knapp 2 Mio., die an einem sogenannten Add-on-Hausarztvertrag teilnehmen, was insgesamt zu einer Teilnahmerate von rund 10 % aller GKV-Versicherten führt. Hausarztverträge zielen insbesondere auf Patienten mit chronischen Erkrankungen. Studien zufolge profitieren diese in besonderem Maße von einer verbesserten Betreuung und Überwachung bei geringeren Hospitalisierungsraten.

Abb.: Honorarzusammensetzung Allgemeinmediziner in West- und Ostdeutschland 2017


Seit dem Jahr 2009 sind die gesetzlichen Krankenkassen verpflichtet, ihren Versicherten einen HzV-Vertrag anzubieten. Vertragspartner sind dabei die regionalen Hausärzteverbände. Bundesweit gab es im vergangenen Jahr 79 sogenannte Verbundverträge (zwischen den Landesverbänden des Hausärzteverbandes und Kassenverbünden) und 630 Einzelverträge (Stand III/2017). Inzwischen wurde das alternative Versorgungsmodellfast flächendeckend in ganz Deutschland umgesetzt, was sich auch im steigenden Umsatz mit den Hausarztverträgen niederschlägt. Das im Rahmen der HzV generierte Honorarvolumen überschritt im Jahr 2016 erstmals die Marke von 1 Mrd. € und lag 2017 bei knapp 1,3 Mrd. €.

Generell zeigt sich, dass die HzV bei den westdeutschen Hausärzten einen deutlich höheren Stellenwert einnimmt als bei den Kollegen in den ostdeutschen Bundesländern.

Hinsichtlich der GKV-Mitgliederzahlen, der Zahl der teilnehmenden Ärzte und des Honorarvolumens gibt es jedoch auch innerhalb West und Ost zum Teil deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen KV-Regionen. Die klassischen HzV-Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern beherbergen nach wie vor das Gros der HzV-Leistungserbringer sowie -empfänger und weisen die höchsten durchschnittlichen HzV-Umsätze je Arzt aus. Diese lagen laut ATLAS MEDICUS® Infodienst im Jahr 2017 bei über 93.000 € je Hausarzt in Baden-Württemberg, gefolgt von Bayern mit fast 50.000 €, Westfalen-Lippe (mehr als 23.000 €) und Hamburg mit knapp 12.500 €. Deutlich geringere HzV-Durchschnittsumsätze erzielten die Hausärzte beispielsweise in Rheinland-Pfalz und Niedersachsen mit jeweils rund 1.000 € oder in Thüringen, wo der durchschnittliche Wert mit rund 360 € je Hausarzt am geringsten ausfiel.

Zentraler Punkt der HzV ist, dass es sich um eine Versorgungsalternative handelt, die - auch hinsichtlich der finanziellen Abwicklung - völlig unabhängig vom KV-System funktioniert. Je nach Vertrag können sich dabei deutliche Honorarverbesserungen für die teilnehmenden Mediziner ergeben, was sich auch in den HzV-Fallwerten niederschlägt, die zum Teil erheblich über den KV-Fallwerten liegen. Die Differenz ist in Bayern, Berlin, Westfalen-Lippe, Nordrhein und Sachsen mit mehr als durchschnittlich 30 € je Fall besonders hoch (vgl. Tab.).

Tab.: Fallwerte HzV und KV Jahresdurchschnitt 2017 im Vergleich

KV-Region*

Fallwert KV

Fallwert HzV

Differenz HzV-KV

Baden-Württemberg

58,97 €87,04 €28,07 €
Bayern67,44 €104,30 €36,86 €
Berlin53,31 €88,89 €35,58 €
Bremen65,13 €78,26 €13,13 €
Hamburg58,72 €85,38 €26,66 €
Hessen62,91 €83,88 €20,97 €
Niedersachsen69,31 €77,73 €8,42 €
Nordrhein64,24 €96,28 €32,04 €
Rheinland-Pfalz67,13 €86,28 €19,15 €
Saarland63,03 €83,89 €20,86 €
Sachsen59,58 €91,41 €31,83 €
Schleswig-Holstein60,31 €82,28 €21,97 €
Thüringen65,81 €78,23 €12,42 €
Westfalen-Lippe60,00 €93,60 €33,60 €

* Für Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt lagen aufgrund zu geringer Grundgesamtheiten bzw. in Ermangelung gültiger HzV-Vollverträge keine Zahlen vor. Quelle: REBMANN RESEARCH, ATLAS MEDICUS® Infodienst

Abgesehen von den höheren Fallwerten bestehen weitere Vorteile der HzV im einfacheren und unbürokratischen Abrechnungssystem (ohne Fallzahlobergrenzen, Abstaffelungen und Regresse) in Form von Pauschalen, Zuschlägen und definierten Einzelleistungen sowie in der besseren Planungssicherheit beim Honorar. Im Gegenzug werden oft bestimmte Standards bei der Praxisausstattung, besondere Serviceleistungen für Patienten (zum Beispiel erweiterte Sprechstundenzeiten, garantierte Höchstwartezeiten), eine regelmäßige spezielle Fortbildung sowie definierte Maßnahmen zur Qualitätssicherung gefordert. Allerdings ist inzwischen der zeitliche Aufwand in Zusammenhang mit der Verwaltung und der Abrechnung der vielen unterschiedlichen Verträge groß, weshalb auch hier digitale Lösungen erforderlich sind. Der Deutsche Hausärzteverband bietet deshalb seit Mitte Februar 2018 Unterstützung durch eine spezielle webbasierte Applikation mit dem Namen Geniocare, die eine Komplettlösung für die Leistungserfassung und Abrechnung für alle Vollversorgungsverträge umfasst.

Ob die Fallwerte in der HzV auch künftig deutlich über jenen der kollektivvertraglichen Versorgung liegen werden, bleibt offen. Das Bundesversicherungsamt (BVA) hat im Mai dieses Jahres die kontaktunabhängigen Chronikerpauschalen der HzV-Verträge für unzulässig erklärt und Vertragsmodifizierungen bis Ende August gefordert. Auf diese Weise soll die Einflussnahmemöglichkeit der Kassen auf das Kodierverhalten der Ärzte unterbunden werden. Gegenwärtig ist die Vergütung in vielen HzV-Verträgen an die Zahl der dokumentierten Diagnosen gekoppelt. Diese sind jedoch auch entscheidend für die Höhe der Zuweisungen, welche die Krankenkassen aus dem morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich erhalten. An Stelle des Diagnosebezugs soll deshalb künftig ein “allgemeiner Chronikerbegriff” treten. Da sich die praktische Umsetzung jedoch schwierig gestaltet, konnten die Krankenkassen und die Hausärztliche Vertragsgemeinschaft (HÄVG) bis Ende August noch keine, aus Sicht des BVA akzeptable, Lösung vorlegen.

Inhaltsverzeichnis
Glossar
Schlagworte A bis Z
A bis Z
Glossar
  • A
  • |
  • B
  • |
  • C
  • |
  • D
  • |
  • E
  • |
  • F
  • |
  • G
  • |
  • H
  • |
  • I
  • |
  • J
  • |
  • K
  • |
  • L
  • |
  • M
  • |
  • N
  • |
  • O
  • |
  • P
  • |
  • Q
  • |
  • R
  • |
  • S
  • |
  • T
  • |
  • U
  • |
  • V
  • |
  • W
  • |
  • X
  • |
  • Y
  • |
  • Z
Abschreibungsdauer
Absolventengehälter
Allgemeinmediziner
ambulanten Operationen
Anästhesisten
Angestelltenverhältnis
Anschaffungskosten
Arbeitnehmer
Arbeitsbelastung
Arbeitsumfang
Arzt in einem Angestelltenverhältnis
Ärzteeinkommen
Augenärzte
Ausfallrisiken
Auslastung